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Seit 1885: Die Geschichte des DRK in Altena

125 Jahre Retten und Helfen im Schatten der Burg

Unter diesem Motto feierte der DRK-Ortsverein Altena / Nachrodt-Wiblingwerde vom 13.05. bis16.05.2010 sein Jubiläumsfest. Gleichzeitig fand in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde das bundesweite DRK-Oldtimertreffen mit 160 Teilnehmern aus der gesamten Bundesrepublik und den Niederlanden statt.

Festschrift

Für diese Veranstaltung erarbeitete Christian Klimpel mit Unterstützung von Wolfgang Heumann, Rudolf Dornseifer, Johannes Slatosch, Gertraud Schillo, Günther Hauschild und Gerd Klimpel eine umfassende Festschrift.

Auf 98 Seiten ist dort eine umfassende Aufzeichnung unserer DRK-Geschichte in Altena entstanden. Die Zeitreise schlägt einen interessanten Bogen von der Kaiserzeit bis ins Jahr 2009 und liefert nebenbei auch viel Informatives über unsere Stadt und die politischen Schwingungen. Die Dokumentation enthält über 100 Fotos.

Das Buch kann für nur EUR 5,- bei der Rotkreuzleitung und bei den Blutspendeterminen erworben werden!

 

 

Das folgende Gedicht wurde vor dem Jahre 1939 geschrieben und beschreibt die Entstehung des Samaritervereins und der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Altena.

Im Laufe der Geschichte entwickelte sich aus dem Samariterverein und dem Vaterländischen Frauenverein der DRK-Ortsverein Altena / Nachrodt-Wiblingwerde e.V.

Erinnerungen

aus dem Vereinsleben des Samaritervereins der Sanitätskolonne vom Altenaer Landwehrverein insbesondere aber der „Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Altena.

 

Zusammengestellt unter Mithilfe der Kameraden Julius Deinass, Roland Kord-Ruwisch, Ernst Schumacher und anderen Kameraden.

 

 

Es konnte wohl um das Jahr 1886 sein,

Da gründete man in Altena einen Samariterverein.

Ehemalige Soldaten und Turner dazu

Lies es Tag und Nacht keine Ruh:

Wie können wir helfen, dem, der in Not?

Wie weisen wir ab Gevater Tod?

Der Lennestein war (nicht wie heute so nett)

Dazu ausersehn als Kriegslazarett.

Im Vereinshaus wurde fleißig geübt

Unter Herrn Dr. Ries, der bei allen beliebt.

Auch die Lehrjungens sollten mit dabei sein,

Die stellten nach der Fortbildungsschule um 21 Uhr sich ein.

Die waren sehr müde, von früh 6 Uhr auf den Pinnen,

Deshalb besah sich mancher die Sache von innen.

Albert Eckhardt hat es mitgemacht.

Der weiß, wie der Doktor hat da manchmal gelacht.

Wenn die Jungens in tiefster Andacht versunken,

Dass sie gehört und gesehen auch nicht einen Funken.

Jakob Knapp, Brieden und Gustav Marlinghaus,

Die waren bei der Sache und hielten aus.

Als man glaubte, man könne so viel,

Da gab es ein kleines Kriegesspiel.

Die Eisenbahn kam mit Maschine und Wagen

Zur Steinernen Brücke angefahren.

Die Verwundeten stellten die Hessen aus der Kaserne,

Die taten das freilich gar nicht gerne.

Auch hatten sie gar nicht soviel Zeit

Erst den Körper zu waschen und dann das Kleid.

Als man einen Fuß wollt legen in Verband,

Da hielt manche Dame vor die Nase die Hand.

Mancher sagte sich „ Es ist doch nicht so lichte“

Und zog sich langsam aus der Geschichte.

Bis das Häuflein wurde so klein

Und die Vereinstüchtigkeit schlief ein.

 

Als dann kam das Jahr 1896 heran,

Trat der Landwehrverein auf den Plan.

Bald konnte man das Kind aus der Taufe heben,

Die Sanitätskolonne trat ins Leben.

Herr Dr. Hammerschmidt, von Dr. Ries der Assistente,

nahm nun die Sache in die Hände.

Gustav Marlinghaus war wieder mit an der Spitze,

Desgleichen Knapp kam wieder als sichere Stütze.

Roland Kord-Kuwisch war auch mit dabei,

Die Kolonne war stark, es war allerlei.

Als Albert Eckhardt heim kam als Reservist,

Er auch der Kolonne eingetreten ist.

Nun wurde wieder fleißig geübt,

Es zeigte sich bald, wer die Sache recht liebt.

Manchem wurde es allmählich zuviel,

Es ist ja auch kein Kinderspiel,

Sondern etwas wie nichts anderes so ernst,

Was Du für Dich und Deinen Nächsten lernst.

Die Reihen wurden langsam wieder lichter,

Es waren zur Stelle meist die alten Gesichter.

Die nötige Unterstützung fehlte dazu,

So entschlief die Kolonne in guter Ruh.

 

Bis zum Jahre 1903

Wusste man kaum, wo die Kolonne sei.

Da kam aus Siegen ein großer Mann,

Der fasste die Sache wieder richtig an.

Im Markaner wurde ein Vortrag gehalten,

Der rüttelte auf die Jungen und Alten.

Herr Dr. Hensgen, der Geheimrat aus Siegen,

Der konnte reden, dass sich die Balken biegen,

vom „Roten Kreuz“, diesem heiligen Zeichen,

Dass auch die härtesten Herzen erweichen

Als wie die Butter in der Sonne.

Da entstand unsere Freiwillige Sanitätskolonne,

So wie sie heute noch immer ist da,

Die Kolonne vom „Roten Kreuz“ in Altena.

Aus der Bürgerschaft der ganzen Stadt

Sie ihre Mitglieder genommen hat.

Es traten hohe Herren an die Spitze,

Denn jeder sagte, er ist unbedingt nütze.

Dass jeder nun helfe, was er nur kann.

Die Kolonne war stark bald fünfzig Mann.

Leitender Arzt wurde Dr. Hammerschmidt,

als Führer brachte er gleich Herrn Deinass mit.

Diese Herren brachten es bald soweit,

Dass sie dastand mit vielem Schneid.

 

Die Kolonne hing von den Militärvereinen ab,

Deshalb war die Kasse immer sehr knapp.

Mit frischem Mut ging Dr. Hammerschmidt dran,

Die alten Kameraden halfen Mann für Mann,

Damit auch die jungen lernten schnell,

Was man zu tun hat an jeder Stell.

Wie man auswäscht sämtliche Wunden,

Wer-´s heute tut, bekommt Strafdienst, drei Stunden.

Wie man gebraucht Karbol und Lysol.

Heut wird erschossen, der-´s tut. Jawohl!

Der eine oder andere blieb auch wieder fern,

Geblieben ist aber der alte Kern.

Die hielt feste, wie es kommen mag,

Durch alle Stürme bis zum heutigen Tag.

Herr Direktor Walter Wolff, der Bankier,

Half auch der Kolonne mit auf die Höh`.

Als Vorsitzender mit an die Spitze gestellt,

Besorgte er vor allem das liebe Geld.

Nach Stunden der Arbeit gab-´s auch Stunden der Freud-´,

Es war wirklich eine sehr schöne Zeit.

Wie haben wir manchmal im fröhlichen Kreise

Die Lieder gesungen nach alter Weise!

Besonders das Lied vom Henkeltopf,

Das wollte uns manchmal nicht aus dem Kopf.

Auch dass ein „Hammerschmidt“ nicht schmieden kann,

Weil er ist ein Medizinmann.

Das Lied vom „Roten Kreuz auf weißem Grund“

Das wurde gesungen zu jeder Stund-´

Albert Eckhardt als zweiter Kolonnenführer,

Der machte auch den Theaterschmierer.

Der große Mann aus dem Siegerland,

Kam oft und prüfte allerhand.

Ob alles Wissen fest im Kopf saß,

Ob auch die Uniform genau nach Maß.

Wie man schifft über die Lenne mit -´nem Floss.

Ja, ja in dieser Zeit war was los.

So vergingen die Jahre in ernstem Bemüh-´n,

Da sah man drohende Wolken aufzieh-´n.

Ausgebrochen war der Weltkriegsbrand

 

Mit Herz und Hand für-´s Vaterland!

Das war jetzt die erste Parole,

Alles nur zu Deutschlands Wohle.

Wer im Waffenhandwerk war geübt,

Der wusste, dass es nichts Schöneres gibt,

Als mit Gott für König und Vaterland

Zu streiten und schützen das Vaterland.

Albert Eckhardt, der Landsturmmann,

Zog auch seinen Pionierrock an.

Doch auch für die andern, die blieben zu Hause,

Gab es derweil keine Ruhepause.

Herr Doktor nun das Lazarett übernahm,

Und wenn dann der Lazarettzug kam,

Dann waren alle zur Stell im Nu

Und jeder fasste gut und sicher zu,

Wenn es galt Verwundete ins Lazarett zu tragen,

Oder sonst zu helfen mit Auto oder Wagen.

Ob Tag und Nacht, zu jeder Zeit

Stand die Sanitätskolonne bereit.

August Wolff war immer bei der Hand

Und spielte dabei den Bahnhofskommandant.

 

Mit den Damen vom Frauenverein

Stellte er sich zu jedem Zuge ein,

Um für die nötige Erfrischung zu sorgen

Bei Tag und Nacht und am frühen Morgen.

Dass der Herr Doktor auf die Kolonne sich verlassen kunnt-´

Das hat sie bewiesen zu jeder Stund.

Herr Deinass hatte sie in fester Hand.

Von ganzen Herzen jeder zu ihm stand.

Da hieß es plötzlich: Mehr Sanitäter ins Feld!

Da haben sich alle und gern gestellt

Für Lazarettzug T Nummer drei

Oder sonst wohin es war einerlei.

Sogar die treuesten und ältesten Kameraden

Zogen aus bis weit in die Karpathen.

Im Osten, im Westen überall

Standen sie ihren Mann in jedem Fall.

Bis zum letzten traurigen Ende

Taten sie ihre Pflicht, die fleißigen Hände.

Der Krieg war am Ende, aber nicht die Not.

Es fehlte soviel, vor allem an Brot.

Da galt es nun wieder frisch heran

Und fangen das Werk wieder von vorne an.

Kamerad Deinass wurde Polizeikommandant,

Deshalb gab er die Führung in andere Hand.

Die Kolonne bot ihm die Ehrenmitgliedschaft an

Für die viele Arbeit, die er getan.

Albert Eckhardt trat an seine Stelle

Die Führung war da für alle Fälle.

 

Roland Kord-Ruwisch übernahm

Den Posten als Stellvertreter dann.

Es kam nun die Zeit der Inflation,

Mich gruselt, wenn ich daran denke schon.

Das Geld rutschte nur so durch die Finger,

Immer teurer wurden alle die Dinger.

Man hatte manchmal kaum soviel Geld

Um-´s Bier zu bezahlen, das Frau Gerber vor uns gestellt.

Das Häuflein war dann auch manchmal sehr klein

Nur unser lieber Doktor, der stellte sich ein.

Der hat uns nie und nimmer vergessen,

Er versäumte um uns oft sein Abendessen.

Das Vermögen der Kolonne war auch verflogen,

Aber wir hatten uns nie unserer Pflicht entzogen,

Die Not zog nur noch fester das Band,

Zu neuen Aufgaben ging es Hand in Hand,

Als endlich wurde alles stabil,

Da hatten wir alle nicht mehr viel.

Jetzt zeigte sich Herr Walter Wolff in seiner Größe,

Briefe schickte er weg, wahre Stöße.

Und den Bürgern legte er ans Herze sehr,

Dass die Kolonne hat gar nichts mehr.

Damit die Kameraden nicht ganz verzagen,

Helft ihr mit das Schwere zu tragen.

Nicht vergebens klang diese Bitt`

Viele gaben gerne und halfen mit.

Wir konnten einrichten viele Hilfsstationen,

In Altena und um Altena in allen Zonen.

Angeschafft wurden fahrbare Tragen,

Auch sonst konnten wir wieder was wagen.

Nach verschiedenen Wechsel der Führerstellen

Man kann wohl das Urteil fällen:

Der ruhende Pol in der Zeiten Ritt,

War und ist Herr Dr. Hammerschmidt.

Er stand immer feste, konnte kommen, was wollte.

Und wenn der Sturm noch so sehr grollte,

Er hielt das Steuer in fester Hand,

Ein Ziel nur „für den Nächsten und Vaterland“.

Wenn früher gesungen er könne nicht schmieden,

So hat er-´s bewiesen, ihm war es beschieden

Zu schmieden ein Werk, das fest steht da:

Die Sanitätskolonne von Altena.

 

Wir alle wollen ihm dankbar sein

Und noch mit uns viel andere mehr.

Heute zum Silberhochzeitsfeste,

dass gesund er bleibe noch viele Jahre durch

wie sein Namensvetter „Paul“ von Hindenburg.

 

 

Im Auftrage der Freiwilligen Sanitätskolonne

vom Roten Kreuz Altena

verfasst von Albert Eckhardt