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Die Geschichte des DRK in Nachrodt-Wiblingwerde

Vom Werden und Wirken des DRK in Nachrodt –“ Wiblingwerde

 Ein geschichtlicher Überblick von Emil Gülicher

 

Im Spätsommer 1928 waren einige Männer der Gemeinde Nachrodt an die Ratsherren der Gemeinde herangetreten, mit der Bitte, bei der Gründung einer Sanitätseinheit zu helfen.

Daraufhin wurden von der Gemeinde Einladungen an alle Sportvereine der Gemeinde versandt. 20 bis 25 Männer fanden sich daraufhin zur Gründung der Sanitätseinheit am 28.09.1928 im Lokal Heyermann, Nachrodter Brücke, zusammen. Vom DRK –“ Kreisverband Altena waren Herr Sanitätsrat Dr. Hammerschmidt, Herr Hackler und Kolonnenführer Herr Schumacher gesandt worden. Von der Gemeindeverwaltung waren Herr Amtmann R. Reinicke und Gemeindevorsteher Herr Ernst Lukas zugegen. Herr Ernst Lukas eröffnete die Versammlung und begrüßte alle Anwesenden.

Nachdem er Zweck und Ziel der Versammlung bekanntgegeben hatte, erteilte er Herrn Dr. Hammerschmidt das Wort, welcher die Geschichte, Geist und Ziel des Deutschen Roten Kreuzes erläuterte. Er schloß seine Rede mit den Worten: –Wir wollen Euch auf die Beine helfen, aber laufen müßt ihr selbst.–

Es hatten sich 23 Männer gemeldet und unterschrieben, von denen 19 Mann treu blieben.

 

Gründer der Sanitätskolonne waren die Herren

Bernhard Rose

August Gosemärker

Walter Rotthaus

Heinrich Rose

Albert Ruth

Josef Nölke

Karl Gülicher

Paul Fürl

Andreas Walezewsky

Emil Gülicher

Karl Becker

Karl Wirtsmann

 August Mias

August Müller

Dr. Wilhelm Piling

Karl Urban

Hubert Hildebrand

Wilhelm Humme

 

 

In den Vorstand wurden gewählt die Herren:

1. Vorsitzender: Apotheker Paul Fürl

Kolonnenarzt: Dr. Pilling

Kolonnenführer: Bernhard Rose

Kassierer: Karl Wirtsmann

Schriftführer: August Mias

 

So wurde die Sanitätskolonne am 28.09.1928 in der Gaststätte an der Nachrodter Brücke gegründet und bestätigt.

 

Von der Gemeinde wurde dem DRK ein Klassenzimmer in der Schule Obstfeld zur Verfügung gestellt, und eine kleine Summe Geld für die nötigsten Materialien überwiesen. Wir konnten Verbandstoff, Tragen und Dienstanzüge kaufen. Schränke standen nicht zur Verfügung. So ging es ans Verbände üben, dank Herrn Apotheker Fürl und Kolonnenführer Rose, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und uns einen großen Teil der Verbände gelehrt haben.

 

Schon am 28.10.1928 war eine erste Prüfung im Saalbau Rastatt unter der Leitung von Herrn Sanitätsrat Dr. Hammerschmidt, der mit unserer Leistung sehr zufrieden war. Nach einer Woche bekamen wir die ersten Ausweis und durften selbständig arbeiten. Wieder Wochen später wurden Dienströcke, Koppel und Taschen geliefert, mit denen wir uns stolz in der Öffentlichkeit zeigten. Bei Übungen mit der Feuerwehr waren wir alle mit großem Eifer dabei. 1931 wurden vom Kreisverband die ersten Lehrgänge für Gruppenführer in Lüdenscheid durchgeführt, an denen auch außer Kameraden von Altena die Nachrodter Bernhard Rose, August Mias, Wilhelm Humme, Heinrich Rose und Emil Gülicher, welche sämtlich die Prüfung bestanden, teilnahmen.

1931 bestand Kolonnenführer Bernhard Rose auch seine Zugführer Prüfung in Attendorn. Jetzt kamen einige ruhigere Jahre. Nach dem Tode von Herrn Dr. Pilling fehlte uns ein Arzt.

1934 –“ 1935 meldeten sich wieder einige junge Leute, so daß die Kolonne 1935 auf 32 Mann gewachsen war.

 

1936 wurde die Kolonne durch Gleichschaltung der Bereitschaft Altena unterstellt. Bereitschaftsführer war Ernst Wedel ( Bereitschaft Altena, Zug Nachrodt I). Unfall Meldestellen wurden in Nachrodt bei Wilhelm Humme und in Wiblingwerde bei Fritz Sassenscheid und Karl Hegemann errichtet.

 

Als 1939 der Krieg ausbrach, wurden die Übungsstunden vermehrt. Sonntags Kartenkunde, Kompaß lesen und Schießen. Nach dem Genfer Abkommen war das Waffentragen für Sanitäter nicht erlaubt, dieses aber störte Bereitschaftsführer Wedel überhaupt nicht.

Als der Krieg immer größere Ausmaße annahm, wurden auch die ersten Sanitäter des Zuges Nachrodt zur Wehrmacht eingezogen.

Die übrigen Mitglieder wurden dem Zivilschutz, Gas- und Katastrophendienst zugeordnet. Gleich zu Anfang des Krieges fielen zwei Sanitäter, denen im Laufe der Jahre noch fünf folgten.

 

Die Namen der Gefallenen:

Franz Ludwig Bornemann

Hans Schreiber 

Willi Möbus

Josef Walzewski

Willi Kruse

Franz Knappstein

Otto Winter

 

Ein großer Verlust für unseren Zug!

 

Nach dem Krieg war das Bestehen des Roten Kreuzes von der Besatzungsmacht verboten worden und nur nach langen, schweren Verhandlungen durch den Landesbereitschaftsführer, Herrn Dr. Salzmann, konnte der Nachrodter DRK –“ Zug im Jahre 1946 seinen Dienst wieder aufnehmen. 1946 starb auch der Zugführer Bernhard Rose, der den Zug Nachrodt von 1928 bis 1946, also 18 Jahre, geführt hatte.

Wieder ein schwerer Rückschlag. Sein Nachfolger wurde Kamerad Andreas Walzewski. Jetzt fehlte vor allen Dingen ein Übungsraum.

 

Es verging fast ein Jahr, bis ein geregelter Dienstbetrieb in der Schule in Nachrodt aufgenommen werden konnte. Dr. Wilhelm Pier wurde Zugarzt, konnte aber infolge seines Alters keinen Dienst ausüben und schickte seinen Vertreter, Herrn Dr. Westfal, der die Ausbildung in erster Hilfe übernahm.

Im Jahre 1953 feierte der Zug Nachrodt sein 25-jähriges Bestehen. An die noch lebenden 14 Gründer wurden im, Saalbau Rastatt vom Kreisbereitschaftsführer Dr. Bremer Ehrenurkunden übergeben und Dank für die bewiesene Treue ausgesprochen. Nach 9-jähriger Tätigkeit als Zugführer legte auch Herr Walzewski sein Amt aus Altersgründen nieder. Sein Nachfolger wurde im Jahre 1955 Kamerad Emil Gülicher, welcher in Münster seine Zugführerprüfung abgelegt hatte. Sein Hauptstreben galt der Loslösung von Altena zu einer selbstständigen Bereitschaft in Nachrodt.

 

Im Jahre 1965 wurde im Ortsteil Wiblingwerde ein Halbzug vom DRK Nachrodt gegründet. Leiter des Halbzuges wurde Kamerad Herbert Winkelmann, nachdem er seine Prüfung in Münster abgelegt hatte. Seine Ausbilderprüfung in Erste-Hilfe legte er kurz darauf ab.

 

Im Jahre 1960 wurde der DRK –“ Ortsverein Nachrodt gegründet.

So war der Weg zur eigenen Bereitschaft frei und 1961 wurde die Gründungsversammlung in der Aula der Albert –“ Schweitzer –“ Schule abgehalten.

 

In den Vorstand wurden gewählt:

1. Vorsitzender: Herr Gemeindedirektor Krüger

2. Vorsitzender: Herr Gemeindedirektor a.d. Dames

Schatzmeister: Herr Kreutz

Schriftführer: Frau Stöcker

Zugführer: Herr Gülicher

 

Nach der Bestätigung durch den Kreisverband Altena wurde Herr Emil Gülicher zum Bereitschaftsführer ernannt, Kamerad Kinsky zum stellvertretender Bereitschaftsführer.

Dem Ortsverein des DRK Nachrodt gehörten 23 aktive und dem Halbzug Wiblingwerde 10 aktive Kameraden an. Zugführer Winkelmannn wurde als Ausbilder für erste Hilfe für die gesamte Gemeinde Nachrodt –“ Wiblingwerde eingesetzt. Außer den Ausbildungsabenden in der Schule wurde das DRK für Sportplatzwachen und Blutspendeaktionen eingesetzt, desgleichen bei Bränden usw.

 

Im Jahre 1968 konnte die Bereitschaft auf ein 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Feier wurde verbunden mit einem Großeinsatz der DRK –“ Bereitschaft und der Feuerwehr Nachrodt –“ Wiblingwerde Kreisbereitschaftsführer Tischhäuser, Bereitschaftsführer Gülicher und Amtsbrandmeister Löbermann überwachten die Übung. Die Aussprache nach der Beendigung fand in der alten Turnhalle statt, wo eine Feier aus Anlaß des 40-jährigen Bestehens des DRK stattfand, wozu auch die Gemeinde eingeladen war.

Vom Kreisbereitschaftsführer wurden die Kameraden A. Gosemärker, Karl Gülicher und Emil Gülicher für die 40-jährige Treue ausgezeichnet. Danach folgte die Ehrung der 30-, 25-, 20-. 15-. 10- und 5-jährigen Mitglieder. Bei Spiel und Tanz wurde noch bis zum Morgengrauen bei bester Stimmung gefeiert.

 

Es wurden noch einige Pickniks veranstaltet. Der Reingewinn wurde zur Anschaffung eines DRK-Wagens verwendet, den wir mit Unterstützung des DRK - Ortsverein und des Kreisverbandes kaufen wollten. Der Antrag zur Anschaffung des Wagens wurde dann auch von Bereitschaftsführer Gülicher in der nächsten Sitzung gestellt.

Gegen den Willen des Vorsitzenden, Herrn Gem.- Dir. Krüger, wurde doch beschlossen, einen Fond zur Anschaffung anzulegen.

Der Wagen wurde dann auch gekauft und ist auch viel gebraucht worden. Es handelte sich um einen VW-Bus, der von uns erst gründlich überholt und umgebaut werden mußte.

Es dauerte eine ganze Zeit, bis der Wagen fahrbereit und vom Tüv abgenommen und umgebaut werden mußte.

 Im Notfall konnte er für Krankentransporte, sonst aber für Autobahnwachen, für die wir schon einige Jahre eingesetzt waren, gebraucht werden.

 

1971 wurde der Bereitschaft ein Raum in der Schule zu Obstfuhr zur Verfügung gestellt werden, mit Garage und Küche.

Gleichzeitig wurde ein anderer Wagen angeschafft, da der erste Wagen nicht mehr einsatzfähig war. Der Wagen wurde wieder in eigener Regie umgebaut. Die Küche wurde so eingerichtet, daß für 60 –“ 70 Personen gekocht werden kann.

In dem Raum in der Schule wurden jetzt unsere Versammlungen, Übungen und Blutspende Aktionen abgehalten.

 

Im Jahre 1970 wurde Bereitschaftsführer Emil Gülicher von Kreisbereitschaftsführer Tischhäuser für besondere Verdienste in der Bereitschaft mit dem DRK –“ Verdienstkreuz vom Landesverband ausgezeichnet. Im Jahre 1973 gab er sein Amt aus Altersgründen ab, welches er 2 Jahre als Zugführer und 16 Jahre als Bereitschaftsführer verwaltet hatte.

Sein Nachfolger wurde Herr Franz-Otto Fischer.

 

Im Jahre 1978 bestand die DRK –“ Bereitschaft Nachrodt 50 Jahre.

Als einziger Gründer war nur noch Herr Emil Gülicher da. Der dem DRK Nachrodt in all den langen Jahren, in Guten und in schlechten Zeiten, die Treue gehalten hat.

 

Die Führung von 1928 bis 1978:

 

Kolonnenführer B.Rose

1928 –“ 1946 (18 Jahre)

 

Zugführer A. Walzewski

1946 –“ 1955 ( 9 Jahre)

 

Zugführer E. Gülicher

1955 –“ 1957 ( 2 Jahre)

 

Bereitschaftsführer E. Gülicher

1957 –“ 1973 (16 Jahre)

Emil Gülicher